N1 Herkules - Instandsetzung

Die N1 - Herkules, die russische Mondrakete, welche nie in den Weltraum gelangte, geschweige denn zum Mond geflogen, ist trotzdem ein interessantes Objekt für ein Modellbauer.

Gebaut habe ich das Modell im Jahr 2000-2001. Geflogen ist die N1 fünf mal, auf einem Aerotechmotor I211 & I300


Der Erstflug war am 15.09.2001 in Obercarsdorf bei Dresden.


Den letzten Flug mit der kleinen Katastrophe, endete am 17. Juni 2007 auf einem I366 Redline.


Der Fehler war der falsch zusammengebaute Aerotechmotor.  So brannte der Motor nach vorne durch und verursachte ein seitlichen Krater im Hauptrohr der N1.
Trotzdem ist sie noch so leidlich am Fallschirm gelandet.
Also ein Totalschaden ist es nicht, aber ich überlegte lange ob eine Restauration oder doch lieber gleich ein Neubau besser wäre.
Nun, ich habe mich für eine Restauration mit Modernisierung entschieden. (12. April 2019)


Das wird ein ganzes Stück Arbeit werden.
Hier fiel mir ein, dass man das Loch gleich für ein neues Elektronikfach nutzen könnte.


Das Heck kommt später drann.


der untere Spant muss aber erst einmal gerichtet und neu eingeklebt werden.


Als erstes habe ich eine Grundplatte mit Schleuse zum Inneren der Tube über das Explosionsloch geklebt.


Anschließend sind die Seitenteile der zukünftigen E-Bay eingepasst worden. Über die seitlichen Kreissegmentwände muss nun ein gewölbter Deckel hergestellt werden, auf dem dann die charakteristischen Streben angeklebt werden.
Damit wird natürlich die freie Durchsicht durch die Gitterstruktur eingeschränkt, ist aber unvermeidbar. Dafür hat man dann ein geräumiges, von außen zugängliches Elektronikfach, wo Altimax-Simply und LiPo-Akku Platz haben.


Unter der Aluplatte ist ein Loch, wo die Delayladung eingeführt werden kann. Die Aluplatte wird eine Gummidichtung bekommen, welche dann das Innere der E-Bay vor den SP-Gasen schützt.

Die Fugen sauber abgeschliffen, mit Trennwachs eingepinselt und auf einer dünnen Trägerpappe
mehrere Lagen Glasgewebe drüber laminiert. Bin gespannt wie es aussieht, wenn es trocken ist.


Mit etwas Kraft und Geduld ließ sich der Deckel lösen...


vom überstehenden Rand befreit...


und eingepasst.


aber nun schon mal ein paar Alureste für die Befestigungsschrauben eingeklebt...


und noch etwas Spachtelmasse als Ausgleich...


geschliffen und Gewindelöcher gebohrt.


Die Herausforderung, die Gitterstruktur so hinzubekommen, dass die Schrauben zwischen den Streben nicht stören.



Die Streben der Gitterkonstruktion einfach auf den gespachtelten Deckel aufkleben...


Nun ist der 1. Teil der Reparatur geschafft.


Ja, so richtig zufrieden bin ich nicht mit dem Pinsel und dem Reparaturlack.
Jedenfalls ist der aufgerissene Rumpf saniert und hat jetzt ein Elektronikfach.




Die Grundplatte ist sehr stark beschädigt worden...


und musste erst einmal von losen Holz und Dichtungsmaterial befreit werden.


Die Grundplatte wird mit mehreren Lagen Glasgewebe laminiert und erhält somit eine sehr stabile Festigkeit.


Der untere Kranz ist gespachtelt und geschliffen.


Das Motorrohr habe ich satt mit Epoxy und Glasschnitzeln eingeklebt und anschließen abgespachtelt.
Hält bombenfest. Wenn jetzt noch mal was passiert, müsste man einen neuen Kranz mit neuer Motorhalterung bauen...


Mit der Farbe habe ich wieder mal Pech gehabt. Zum einen ist der Farbton nun echt russisch-militärisch...
und zum anderen sind an manchen Stellen der alte Lack, oder das was drunter war hoch gekommen und es hat sich gekräuselt


Jetzt ist sie wieder startklar. (06.Mai 2019)


Aber etwas fehlt ja noch, die Bergungselektronik. Das standartmäßig Übliche, einen Altimax Simply, Lipoakku, einen Schalter.


Auf der Rückseite sind die Anschlüsse für die Ausstoßladungen. Das Ganze ist auf eine Platine an der Innenseite des Deckels montiert. So kann man bequem die Ausstoßladungen anschließen usw...


Trotzdem ist alles zusammen doch ganz schön kompakt und man bekommt nur mit fummeln alles in die Kammer hinein.